www.pomali.at NEU!

Pomali wächst mit jedem Tag ein kleines Stück weiter. Die Gruppe ist mittlerweile ziemlich groß, das Bauprojekt ist in einer wichtigen Phase und durchläuft derzeit einige behördliche Wege, das Grundstück ist gekauft. Es gibt also jede Menge zu feiern. Seit kurzem hat sich das innere Wachstum auch auf die Öffentlichkeit im Web übertragen. Mit der Installation einer neuen Software (wordpress, für die Kenner unter euch/Ihnen) möchte wir nun auch verstärkt in Dialog mit euch/Ihnen treten. dazu freuen wir uns auf Kommentare und Anregungen, die direkt im Anschluss an die einzelnen aktuellen Berichte abgegeben werden können.
Die neue Website bietet uns viel Flexibilität. Die weitere Entwicklung des Projekts und der Gruppe können mit wenig Aufwand dokumentiert werden und von Interessierten auch in Form eines RSS-Feeds direkt abonniert werden. Den Newsletter per Email gibt es natürlich weiterhin. Die Anmeldung dazu ist auf der Startseite. Der bereits erwähnte Dialog mit den LeserInnen über die Kommentar-Möglichkeit der aktuellen Artikel bietet uns die Möglichkeit eure Stimmen zu hören. Technisch sind wir damit im 21. Jahrhundert angekommen
Wir freuen uns auf Feedback und angeregte (virtuelle) Diskussionen.
Nachbarschaftsfest am Pomali-Grundstück

Geschafft! Fast ohne Zündhölzer. Fest am Grundstück Juli 2010, (c) POMALI
Unter dem Motto „Z´sammkommen und Kennenlernen“ fand am Samstag 10. Juli 2010 abends ein gemütliches Treffen mit zukünftigen NachbarInnen , GemeinderätInnen und Hrn. Bürgermeister Krammel statt. Das Wetter war uns gnädig und um 19:00 war auch die Hitze soweit erträglich, dass sich die Gäste und wir Pomalis uns bei Getränken und Buffet am zukünftigen Pomaligrund in Landersdorf laben konnten. Eine Vorstellung des Projektes, zahlreiche Berichte von zukünftigen BewohnerInnen, warum sie in Pomali leben wollen sowie eine kurze Ansprache des Bürgermeisters bildeten den offiziellen Teil. Danach wurde noch länger geplaudert und schließlich klang das Treffen bei Lagerfeuer, Steckerlbrot und selbstgemachter Musik aus. Wir hatten das Gefühl, sehr freundlich aufgenommen worden zu sein, Interesse und Wohlwollen dem Projekt und uns gegenüber war stark spürbar und auch für uns war es schön, das erste Mal als Gruppe am Grund zu feiern und zu übernachten.
Mehr Bilder vom Fest sind hier zu finden.
Methoden für Gruppenprozesse

Neuorganisation des Vereins Juli 2009
Bei unseren Treffen greifen wir gerne auf bewährte Methoden des partizipativen Führens zurück wie sie z. B. bei „Art of Hosting meaningful Conversations“ zur Anwendung kommen. Diese Methoden erlauben – richtig eingesetzt – in effizienter Form alle zu Wort kommen zu lassen und im Laufe des Prozesses die „kollektive Intelligenz“ ans Tageslicht zu bringen, d. h. das gemeinsame Ganze, das mehr ist, als die Summe der Teile. Ganz besonders kommt es dabei auf die Selbstverantwortung aller und auf Selbstorganisation an.
Die meiste Erfahrung haben wir bisher mit dem Kreisgespräch gemacht, der wohl ältesten Form des zielgerichteten miteinander Kommunizierens, die für die unterschiedlichsten Themen und Zwecke eingesetzt werden kann. Christina Baldwin und Ann Linnea sprechen in ihrem neuesten Buch „The Circle Way“ vom Archetyp des Gruppengesprächs. Der Untertitel des Buchs „A Leader in every Chair“ spricht für sich. Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, was als Gruppe möglich ist, wenn es gelingt sich auf das wirkliche Zuhören und die Verlangsamung des Prozesses durch den Redestab und die weiteren Prinzipien der Methode einzulassen.
Warum mache ich als 65-Jährige beim Pomali-Projekt mit?

In einer Gemeinschaft von „Gleichgesinnten im Herzen“ schon im Planungsprozess mitzuarbeiten, lernend mich weiterentwickeln zu dürfen, ist für mich eine wunderbare Herausforderung.
Seit unseren gemeinschaftsbildenden Treffen ist mir erst so richtig bewußt geworden, dass ich wirklich richtig alt werden möchte, um die Prozesse unseres kooperativen Miteinanders (eben Cohousing) wachsen zu sehen und mitzugestalten.
Denn ich weiß, dass ich in diesem besonderen Setting mit all diesen offenen Menschen Zukunft bauen kann und will, um glücklich, zufrieden und wach in einen erfüllten Lebensabend zu gehen.
Die künftigen BewohnerInnen von POMALI
Seit knapp einem Jahr wächst die ursprüngliche Planungsgruppe und umfasst aktuell 51 Menschen im Alter von knapp einem Jahr bis Mitte sechzig bei ausgeglichenem Geschlechterverhältnis. Dieser generationenübergreifende Aspekt ist ein zentraler Bestandteil der Gemeinschaft. Zwischen Jung und Alt entwickeln sich vielfältige positive Beziehungen, die sich in gegenseitigen Unterstützungsleistungen ausdrücken und insbesondere den Erfahrungsschatz der Älteren wahren sollen. 31 Erwachsene und 20 Kinder wollen in diesem sozial-innovativen Projekt voneinander lernen und miteinander wachsen, um so eine tragfähige Gemeinschaft zu entwickeln, die neue Wege im Bereich Soziales, Ökologie und Wirtschaft beschreitet.

Altersverteilung in der Gruppe
Ein weiterer spannender Aspekt der Gruppe ist der hohe Anteil an freiberuflich tätigen Menschen (ca. 41 %), die bereits im momentanen Gruppen-Stadium an gemeinsamen Projekten arbeiten, die unterschiedlichen Kompetenzen nutzen und so wunderbare Synergieeffekte hervorbringen. Das Spektrum der verschiedenen Ausbildungen umfasst Landschaftsplaner, Programmierer, Schriftsteller, BildhauerIn, SozialarbeiterIn, Gärtner, Innenarchitekt, Outdoorpädagogin, Apothekerin, Jurist, BetriebswirtIn, usw.
Die Gruppe zeichnet sich – wie bereits dieser kurze Aufriss zeigt – durch einen hohen Grad an Heterogenität aus. Getragen wird diese bereichernde Vielseitigkeit durch eine überdurchschnittliche Bereitschaft, sich mit der eigenen Person und dem jeweiligen Gegenüber tiefgehend und respektvoll auseinanderzusetzen. Dahinter stehen als Basis ein humanistisches Weltbild und das Wissen, dass es nur in einer Gemeinschaft gelingen kann den Pathologien unserer individualisierten Gesellschaft entgegenzuwirken.
Unsere Pomali–Wochenenden – eine Prozessbeschreibung
Damit ein Treffen überhaupt stattfinden kann braucht es die gute Organisation des Wochenendes, was den Veranstaltungsort, das Essen und die Kinderbetreuung betrifft. Diese wichtige Aufgabe obliegt unserer AG Gemeinschaftsbildung.
Am Samstag trudeln wir ab 9:00 Uhr ein, begrüßen und umarmen uns (schließlich haben sich viele von uns ja ein Monat lang nicht gesehen), machen unsere Kinder mit den beiden KinderbetreuerInnen vertraut, gestalten die Mitte unseres Sesselkreises schön oder räuchern mit Sandelholz, was mittlerweile schon die vertraute olfaktorische Komponente von Pomali ausmacht. Um 9:30 stimmen wir uns auf die gemeinsame Arbeit ein, indem wir uns mit einer kurzen, angeleiteten Meditation erden, öffnen und miteinander verbinden. Danach folgt in immer wieder anderer Reihenfolge (da sind wir am Versuchen, welche die geeignetste ist) eine Vielzahl von Themen, Aufgaben, Diskussionen. Gut vorbereitet von den AGs werden sie vom Vorstand nach Dringlichkeit gereiht und auf der Agenda festgehalten.
Ein fester Bestandteil ist dabei der Punkt „Sprechen vom Herzen“. Ziel dabei ist uns einander mitzuteilen und in der Gruppe zu zeigen, was im Moment bei jeder/m gerade lebendig ist und was uns bewegt. Das führt zu einer stark spürbaren Verbundenheit unter uns, die das gemeinsame Arbeiten erleichtert. Da dabei auch die Verlangsamung der Kommunikation wichtig ist, nehmen wir uns für diesen Punkt auch mindestens 1,5 Std. Zeit.
Auf der technischen Ebene gibt es je nach Bedarf und Stand der Dinge informative Vorträge aus den AGs (z.B. Gemeinschaftsräume, Grundkaufvertrag …), Diskussionen mit anschließendem Stimmungsbild oder Entscheidung (Mitgliedsbeiträge, Beschluss eines planerischen Entwurfs, Mitgliederaufnahme…), Präsentationen von Fachleuten von außen zum derzeitigen Projektstand (Architekt, Grünraumplaner…), Besprechungen organisatorischer Punkte (Homepagewartung, Mitgliedsbeiträge…), Gespräche zu gruppeninternen Konflikten und alles was sonst noch so auftaucht.
Dabei helfen uns immer wieder die in unserer Gruppe vorhandenen Ressourcen betreffend Moderation und verschiedene Techniken zur Arbeit mit Gruppen (Dyaden, Open space, Redekreis…). Zu beobachten ist dabei, dass immer wieder andere aber auch immer wieder die gleichen auf Langsamkeit, Zeitmanagement, Gesprächsregeln… achten und somit einzelne auch immer wieder ein Auge auf die Gruppe haben.
Ein Phänomen ist dabei, dass Punkte die als wenig zeitaufwändig eingeschätzt werden durchaus immer wieder das Potential haben, in langwierige Diskussionen auszuarten, also sind wir mittlerweile schon vorsichtiger mit dem Satz: “Des dauert eh nur ganz kurz“. Wir sind also ständig am Lernen, was wie einzuschätzen ist und für uns alle ist es immer wieder erstaunlich, dass das was mir einleuchtend und „eh kloar“ erscheint für andere durchaus unklar und unlogisch ist. Natürlich sind wir dann manchmal auch voneinander oder vom Prozess an sich genervt, dennoch schaffen wir es immer wieder, unserer gegenseitigen Sympathie und unserer gemeinsamen Freude an Pomali Raum zu geben.
Bei unseren Arbeitstreffen ist das kreative Potential unserer Gruppe genauso gefragt wie die Disziplin aller Teilnehmenden, was die Dauer der einzelnen Beiträge und das Aufnahmevermögen betrifft. Das planerische Arbeiten auf einer äußerst abstrakten Ebene bedeutet oft für die LaiInnen unter uns arges Kopfzerbrechen, glücklicherweise schaffen es dann die Fachleute in unserem Kreis tatsächlich, 2dimensionale Pläne in vorstellbare Räume zu verwandeln. Immer wieder bedarf es auch längerer Entscheidungsprozesse, müssen doch viele Dinge von uns allen so weit entschieden werden, dass die einzelnen Arbeitsgruppen wissen in welche Richtung es gehen soll und ein Monat lang weiterarbeiten können, aber auch gruppeninterne Themen wie Privatheit versus Gemeinschaftlichkeit benötigen Raum und Zeit. Während dieser Arbeit brauchen auch unsere Kinder immer wieder Aufmerksamkeit und die Nähe der Eltern, dabei ist beobachtbar, dass langsam die Lärmtoleranz der Erwachsenen beim Arbeiten steigt.
Nach anstrengender Kopfarbeit ist die Freude über spontane Ideen zu einer Auflockerungsübung oder einem Lied groß, helfen sie uns doch, wieder unsere Gehirnhälften zu verbinden, durchzuatmen und aus dem Kopf wieder in unsere Herzen und Körper zu gelangen.
Meist versuchen wir auch am Ende des 2. Tages noch einmal 1,5 Std. für „Sprechen vom Herzen“ einzuplanen, nicht immer schaffen wir es mit allen terminlich wichtigen Punkten durchzukommen und so ist dieser Punkt manchmal schon untergegangen, schließlich ist es gar nicht so leicht sich in einer immer schnelleren Welt Zeit für Verlangsamung zu nehmen.
Der letzte Punkt unserer Treffen ist die Evaluation des Wochenendes, die uns hilft, unser gemeinsames Arbeiten zu verbessern und immer angenehmer zu gestalten.
Langsam wird die Entwicklung spürbar, dass unsere Zeit weiter wird, dass immer weniger Punkte verschoben werden und dass am letzten WE tatsächlich alle Punkte bearbeitet werden konnten. Das hebt die Stimmung enorm und erhöht auch die Vorfreude auf das nächste Treffen.
Wir beenden unsere inhaltliche Arbeit am Sonntag um 17:00, räumen gemeinsam auf , verabschieden uns und zerstreuen uns wieder in alle Winde.
Pomali – eine vorbereitete Umgebung für unsere Kinder?
Im Moment sind 17 Kinder im Alter von 1 bis 15 Jahren im Projekt und es werden mit großer Wahrscheinlichkeit noch welche dazu kommen. Im Zuge des Planungsprozesses und der Visionsarbeit stellen vor allem wir Eltern uns oftmals die Frage: „Was kann Pomali für unsere Kinder sein?
Pomali soll für unsere Kinder ein authentischer Ort der Begegnung, Beziehung und Entwicklung sein! Die Kinder werden in einer erweiterten Familie, in einer Gemeinschaft, aufwachsen, die weit über die vielerorts übliche Kleinfamilie hinausreicht. Mehrere Bezugspersonen fungieren als Vorbilder, die sie begleiten, denn „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen.“ (Sobonfu Somé)
Wir nehmen Kinder von Geburt an als kompetente Menschen wahr, die sich nach ihrem inneren Bauplan entwickeln. Die individuelle Persönlichkeit mit ihren besonderen Bedürfnissen respektieren wir, denn „Jedes menschliche Wesen geht seinen eigenen Weg.“ (Maria Montessori)
In der Gemeinschaft sollen Bedingungen geschaffen werden, innerhalb derer die Kinder selbstständig ihre eigenen Erfahrungen sammeln können. Wir wollen einen achtsamen und respektvollen Umgang pflegen, der die Integrität und Würde unserer Kinder gewährleisten soll. Zugleich sind wir auch bestrebt, unsere Bedürfnisse als Erwachsene/r wahrzunehmen und infolge mit unseren Ressourcen achtsam umzugehen.
Die Befriedigung der Grundbedürfnisse wie Geborgenheit und das Gefühl der Zugehörigkeit sollen unseren Kindern Zuversicht und Selbstvertrauen geben, selbst tätig zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Infolge werden sie sich auch selbst gesetzten Herausforderungen stellen und lernen, an ihre Grenzen zu gehen und darüber hinaus zu wachsen.
Im Moment gibt es einen regen Gedankenaustausch bezüglich der konkreten Begleitung unserer Kinder. Wir fragen uns: Was wollen bzw. können wir unseren Kindern mitgeben? Wie wollen bzw. können wir sie begleiten? Wie soll die vorbereitete Umgebung gestaltet werden? Wie sehen wir den vorbereiteten Erwachsenen? … Einfach spannend, herausfordernd und essenziell!
Partizipation
Es steht schon im Namen des Vereins “Miteinander Zukunft bauen”: Wir beteiligen uns auch an der Planung von Gebäude und Aussenflächen. Der Prozess begann bereits nach der Aufnahme der ersten Mitglieder im Juli 2009. Schnell wurde klar, dass es regelmäßige Treffen geben muss um bei wichtigen Themen in der Gruppe möglichst oft die Mitglieder informieren und zu Entscheidungen kommen zu können. Als Prinzip für Entscheidungen wählten wir den Consent (Einverständnis).
Um die Beteiligung einer Gruppe von weitgehend Laien bei komplizierten Fragestellungen der Architektur und Landschaftsplanung auch wirklich zielführend umzusetzen brauchte es neben dem Entscheidungsprinzip auch noch andere funktionierende Strukturen:



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